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Dofollow oder Nofollow - Wann macht was Sinn?

Eine immer und immer wiederkehrende Frage. Ganz oft hört und liest man davon, dass Blogger meinen, sie würden etwas mit einem Dofollow-Link (also einem ganz normalen Link, bei dem man nichts besonderes einstellt) verlieren. Das Ganze stammt noch aus einer Zeit, in der man meinte, man könne den so genannten Linkjuice mittels eines Nofollow-Link (also rel="nofollow") auf der eigenen Seite behalten.

Dummerweise war das aber nie der Fall und recht schnell war das auch unter den SEO bekannt. Das änderte aber, insbesondere bei Bloggern, nichts. Diese behielten und behalten noch heute die Meinung, man könne mit Nofollow-Links dem eigenen Blog was Gutes tun. Dem war nie so und dem wird nie so sein - einfach weil das Internet so nicht funktioniert. Das Internet basiert auf Vernetzung (=Verlinkung) und daher ist es extrem wichtig, Links zu anderen Seiten zu setzen.

Zu dem oben genannten Zeitpunkt entstand auch der Gedanke des "Link-Sculpting" - also das gezielte Führen des Linkjuice-Flusses. So wollte man bestimmte Seiten der Webpräsenz als wichtiger darstellen. Intern funktionierte das wohl auch eine kurze Weile, so schien es zumindest, bis Google mit dem Irrglaube aufräumte. Vielmehr war es so, dass die vermeintlich wichtigen Seiten nicht hervorgehoben wurden, sondern die anderen herabgestuft. Das war natürlich nicht Sinn der Sache, denn so machte man sich zwangsläufig seine eigene Website kaputt.

Wie verhält es sich mit dem Nofollow-Link denn nun wirklich?

Im Grunde ist das recht einfach. Der Linkjuice (früher war das der PageRank) fließt in alle Links hinein, aber nur aus  den Dofollow-Links wieder heraus. Hierzu ein kleines, stark vereinfachtes, Beispiel:

Nehmen wir an, wir haben auf einer betrachteten Seite einen Linkjuice-Wert von 1.
Weiter nehmen wir an, auf dieser Seite befinden sich insgesamt 5 Links.

Daraus ergibt sich ein Wert von 1/5 Linkjuice, der in jeden der Links auf der Seite fließt. Ich verteile also über jeden Link 1/5 der "Kraft", die diese Seite hat. Sind nun aber zwei dieser Links Nofollow-Links, dann fließt zwar aus der Seite nach wie vor 5/5 Linkjuice, es verteilt sich aber auf meiner Seite nur noch ein Linkjuice von 3/5 - ich verliere also 2/5 der "Kraft". Dies gilt intern wie extern. Also ganz gleich auf welche Seite ich verlinke!

Wie zuvor erwähnt, ist das ein stark vereinfachtes Beispiel, da es weitere Faktoren gibt, die man dabei berücksichtigen müsste. Einerseits ist es nämlich relevant, wo auf der Webseite die Links angebracht sind und andererseits wird auch auf jeder Seite etwas der "Kraft" für die jeweilige Seite selbst verbraucht.

Wieso braucht man Nofollow-Links dann überhaupt?

Die Frage ist berechtigt. Aber auch hier gibt es eine sehr einfache Erklärung. Für Google sind Links sowas wie Empfehlungen und diese sollen ohne eine Gegenleistung entstehen - also einfach, weil man der Meinung ist, die verlinkte Seite bietet dem eigenen Leser einen echten Mehrwert. Wie das mit allem rund um Google so ist, haben innerhalb kürzester Zeit findige SEO künstlich Links aufgebaut, indem sie diese einfach kauften.

Der Kauf von Links und damit der künstliche Aufbau von Wertigkeiten einer Zielseite konnte nicht in Googles Sinn sein und durch das Aufkommen von Kommentarfeldern in Blogs wurden zunehmend ziemlich irre Konstrukte gebaut. Google brauchte also einen Weg, um dem Einhalt zu gebieten. Aber, und jetzt kommt der spannendste und am wenigsten bedachte Aspekt, es brauchte auch einen Weg, um die linkgebende Seite (also die Seite des- oder derjenigen, die den Link auf der eigenen Seite platzierte/platziert bekam) zu schützen!

Damit das Kaufen von Empfehlungen aufhört, hat Google in seinen Richtlinien vorgegeben, welche Links mit einem nofollow-Attribut versehen werden sollen. Die Folge ist, da beispielsweise Affiliate-Links (da gibt es ja eine Gegenleistung) recht einfach zu erkennen sind, dass derartige Links, wenn sie nicht nofollowed sind, recht schnell auch zu einer Abstrafung führen könn(t)en - eben weil sie gegen die Richtlinien verstoßen. Daher fährt man gut damit, entsprechende Links auf nofollow zu stellen.

Ausgehende Links können der eigenen Seite schaden!

Links sind nämlich, auch wenn es von der Bewegungsrichtung der Besucher so ist, keine Einbahnstraße. Jeder Link auf einer Seite zu einer anderen, setzt die linkgebende Seite in den Kontext der verlinkten Seite! Heißt also konkret, verlinkt man eine negative Seite, so wurde die eigene Seite gegebenenfalls ebenfalls negativ betrachtet. Insbesondere durch die Kommentare entstand also für alle Seiten, die eine solche Funktion anboten, ein Risiko. Außerdem konnte man, rein technisch betrachtet, auch keine Negativbeispiele mehr verlinken oder auf Missstände hinweisen, ohne die Qualität der eigenen Seite zu gefährden.

Um dieses Risiko zu minimieren wurde Nofollow ins Leben gerufen. Einerseits konnte so das Risiko von ausgehende Links aus Kommentaren für die Seite minimiert werden und andererseits war so ein Hebel geschaffen, mit dem man auch bezahlte oder durch eine Gegenleistung gesetzte Links, die also keine echte Empfehlung darstellen, in gewissem Sinne entwerten konnte.

Und damit sind auch schon alle Gründe für das Benutzen des nofollow-Attributs genannt. Nicht mehr und nicht weniger. Alles andere schadet der eigenen Seite im Grunde mehr als es hilft. Weil es die Einstufung der Website schwerer macht und verhindert, dass saubere Kontexte für die Inhalte generiert werden können.

Welche Links auf nofollow setzen?

  • Bezahlte oder wegen einer Gegenleistung gesetzte Links (Geld, Leistung, Ware).
  • Links in Kommentaren (man weiß nie was da geschrieben wird).
  • Links zu Seiten, die ein Negativbeispiel sind - mit denen Du eigentlich nichts zu tun haben willst.

Welche Links nicht auf nofollow setzen?

  • Links zu Seiten, die Du Deinen Besuchern empfehlen willst.
  • Links zu Seiten, die weiterführende Informationen bereitstellen.
  • Genau genommen alle Links, die nicht zur vorgenannten Kategorie zählen!

Wenn man diese einfache Grundregeln beim Link setzen beherzigt, tut das der eigenen Website gut!

Du hast Fragen? Stelle sie in den Kommentaren und wir werden schauen, dass wir sie Dir beantworten - und zwar pronto!

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2 comments on “Dofollow oder Nofollow - Wann macht was Sinn?”